Jena
ist durch die Saale geteilt, was mehrere Brücken erforderlich
machte. Die alte Camsdorfer Brücke, welche zu den sieben Stadtwundern
gehört, wurde ab Juli 1912 abgetragen und bis November 1913
durch eine breitere ersetzt, um dem stärker werdenden Verkehr
gerecht zu werden. Die im Zweiten Weltkrieg durch die Wehrmacht
gesprengte Camsdorfer Brücke wurde 1946 mit Hilfe der sowjetischen
Armee wieder aufgebaut und musste auf Grund schwerwiegender
Schäden im Jahr 2005 komplett saniert werden. Lange Zeit war
die Camsdorfer Brücke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare
Übergang im Jenaer Stadtgebiet. Weitere Brücken wurden erst
im ausgehenden 19. Jahrhundert erbaut. So waren es die Schützenbrücke
(seit 1882) und der Wiesensteg, die vor allem Bedeutung für
den Fußgängerverkehr hatten. Dies hatte mit der regen Bautätigkeit
in Obercamsdorf und Wenigenjena zu tun. 1927/1928 wurde die
Schützenbrücke durch die einige Meter stromaufwärts neu erbaute
Paradiesbrücke ersetzt. Der Wiesensteg bekam als Ersatz die
etwas stromaufwärts gelegene Griesbrücke. Zwischen dem Südviertel
und der Oberaue befindet sich eine Fußgängerbrücke. Nach Eingemeindung
verschiedener umliegender Dörfer kamen die Brücke zwischen Zwätzen
und Kunitz sowie die Burgauer Brücke und die Mauaer Brücke dazu.
In den 1980er Jahren wurde zwischen Neu-Lobeda-West und Göschwitz
eine weitere Brücke errichtet. Erst in den 1990er Jahren wurde
dann die Umgehung von Wenigenjena fertiggestellt, die Jena-Ost
mit der Innenstadt durch die Wiesenbrücke, (Jenzigweg/Löbstedter
Straße) verbindet. Die Brücke in Burgau wurde, wie die übrigen
Jenaer Brücken auch, 1945 gesprengt. Sie ist heute, nach ihrem
Wiederaufbau, für Kraftfahrzeuge gesperrt und entspricht in
ihrer bildlichen und konstruktiven Erscheinung dem mittelalterlichen
Vorbild. Der Autoverkehr wird über eine Neubaubrücke aus den
1990er Jahren geleitet. Für die Straßenbahn wurde in der Oberaue
eine separate Brücke errichtet. Nur in Burgau und an der Paradiesbrücke
wurden vorhandene Brücken aus den 1940er Jahren genutzt.