Jena
wurde erstmals 1182 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener
Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis
aus dem 9. Jahrhundert genannten Siedlung Jani wird von einer
Reihe von Historikern in Zweifel gezogen. Eine andere Theorie
besagt, dass sich die Nennung aus dem 9. Jahrhundert auf das
heutige Wenigenjena bezieht, da dort umfangreiche Siedlungsfunde
aus dem 8. und. 9. Jahrhundert im Bereich der Schillerkirche
entdeckt wurden. In lateinischen Texten wird Jena das Athen
an der Saale (Athenae ad Salam) genannt. Die seit dem 12. Jahrhundert
als Besitzer von Jena nachzuweisenden Herren von Lobdeburg erhoben
um 1230 den Ort zur Stadt, die bald danach ummauert wurde, ihre
Selbstverwaltung unter dem 1275 bezeugten Rat ausbaute, im 14.
Jahrhundert das Schultheissenamt, 1365 die Niedergerichte und
1429 die Obergerichte an sich brachte. Der schnell aufblühende
Weinbau brachte der Bürgerschaft guten Gewinn. 1286 errichteten
die Dominikaner ihr Kloster, 1301 entstand bei der Michaeliskirche
das Zisterzienserinnenkloster. Mit Schwächung der Lobdeburger
traten die Grafen von Schwarzburg und Wettiner in Erscheinung.
Bis 1331 gelangten die Wettiner in den Vollbesitz der Stadt
und 1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1414
entstand das Karmelitenkloster. Städtischer Wohlstand äußerte
sich in den Neubauten der Michaeliskirche seit 1380/90 und des
Rathauses am Ende des 14. Jahrhunderts. Seit 1423 gehörte Jena
zum Kurfürstentum Sachsen, da die Wettiner nach dem Aussterben
der Askanier die Kurwürde erhielten. Auch mit der Leipziger
Teilung 1485 verblieb Jena im ernestinischen Kurfürstentum Sachsen.