Schulwesen
und Reformpädagogik haben in Jena lange Tradition. Mitte des
19. Jahrhunderts wirkte der Pädagoge Karl Volkmar Stoy hier.
Im Sommer 1853 ist er mit einer gesamten Schule durch die Landschaft
gezogen und hat so den Wandertag erfunden. Die von ihm 1844
gegründete Schule war eine der Ersten mit angebauter Turnhalle.
Heute trägt ein Berufsschulzentrum seinen Namen. Anfang des
20. Jahrhunderts gründete Hermann Pistor eine Fachschule für
Augenoptik und der Pädagoge Peter Petersen entwickelte das Jena-Plan-Modell
an der Universität in der Stadt und in einer eigenen Universitäts-Schule.
Die erste deutsche Montessorischule wurde zu Pfingsten 1923
in der ehemaligen Grundschule von Wenigenjena gegründet. Sie
bestand bis 1929 und wurde dann von der nationalsozialistisch
bestimmten Landesregierung von Thüringen geschlossen. Es existieren
eine Freie Waldorfschule im Süden und eine Europaschule im Stadtteil
Alt-Lobeda. Die Integrierte Gesamtschule „Grete Unrein“ entstand
1991 als ein Sondermodell mit der Umwandlung der Erich Weinert-Schule
an der Leutra zur Grundschule. In Jena befinden sich das Spezialgymnasium
„Carl-Zeiss“, mit Schwerpunkten auf Mathematik und Naturwissenschaften,
und „Johann Christoph Friedrich GutsMuths Gymnasium“ im Bereich
Sport. Unter landeskirchlicher Trägerschaft steht das Christliche
Gymnasium Jena. Neben der Jenaplanschule, die gleich nach der
Wende im Ziegenhainer Tal wiedererstand, gibt es auch wieder
eine Montessorischule in Jena. Derzeit werden die Realschule
Ostschule und das Adolf-Reichwein Gymnasium im Gebäude des Gymnasiums
zu einer Kooperativen Gesamtschule vereint. Grund dafür sind
die zurückgehenden Schülerzahlen.