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In Jena hat die Holz- und Papierherstellung lange Tradition. Heute gibt es jedoch nur noch eine Papierfabrik in Porstendorf. Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig. Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten und die Entwicklung des Planetariums sind die ansässigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland neu gegründet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen Großteil des Know-hows, in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre Besatzungszone. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung die Demontage der Industrie und deren Deportation nach Russland. Anfangs baute die Jenaer Bevölkerung die Städtische Industrie selbst per Hand wieder auf, bis auch die russischen Besatzer die neugegründete DDR durch Wiederaufbau stärkte, um sie gegen die Bundesrepublik Deutschland zu wappnen. Später entstand das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit in Jena ein pharmazeutischer Zweig in Form der Jenapharm. Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, welches fast alle optischen Unternehmen innerhalb der DDR innehatte, privatisiert. Carl Zeiss Oberkochen übernahm die Verantwortung für das optische Kerngeschäft. Für den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht – und mit Lothar Späth gefunden. In Jena entstand somit die Carl Zeiss Jena GmbH als Tochterunternehmen von Zeiss Oberkochen und die Jenoptik GmbH als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit Späth an der Spitze. 1996 wagte die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse. Inzwischen hat sich die optische Industrie in Jena ausgezeichnet entwickelt: eine Vielzahl hoch innovativer neuer Unternehmen ist entstanden, die den Weltmarkt mitbestimmen und teilweise sogar anführen. Die Interessen der Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der Optischen Technologien werden vom Firmenverbund OptoNet e.V. vertreten. Im Zuge der erfolgreichen Bewerbung als BioRegion haben sich außerdem zahlreiche Biotechnologieunternehmen gegründet. Mit der Intershop Communications AG entstand eine Firma zur Entwicklung von Software für den sogenannten eCommerce. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind heute nur noch ein kleiner Teil an Mitarbeitern übrig geblieben. Der Name Intershop ist eine Anspielung auf die Intershop-Läden in der DDR, in denen Westware gegen Westgeld verkauft wurde. Daneben sind auch einige kleine Unternehmen im Bereich des Internethandels tätig. Sie sind zum Teil mit ehemaligen Mitarbeitern von Intershop Communications AG gegründet worden. Die Firma VEB Jenapharm suchte nach der Wende zur Privatisierung einen Käufer und fand diesen in der Gehe AG und wurde dann später durch die Schering AG übernommen. Eine ganze Reihe pharmazeutischer Institute und Firmen haben sich in deren Umfeld in Jena angesiedelt. Sie hat sich als Marktführer im Bereich der oralen Kontrazeptiva in Deutschland etabliert. Im Bereich Sicherheitstechnik hat der US-amerikanische Crossmatch-Konzern seit der Übernahme der britischen Smiths Heimann Biometrics-Gruppe (SHB) im August 2005 eine Zweigstelle in Jena. Hewlett Packard, zuvor schon Kooperationspartner von Intershop Communications, hat nach dem Kauf eines Online-Bilder-Dienstes 2005 eine Niederlassung in der Stadt.

Quelle 04/2007

 

 

 

Die live WEBcam mit Blick von Jena Ost aus auf das Stadtzentrum.
 

Jena ist inmitten von Thüringen an der Saale gelegen und drittgrößte Stadt des Freistaates.

 

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